Agile ERP-Software-Einführung nach dem MVP-Verfahren

Die Einführung eines ERP-Systems mit integrierter E-Commerce-Plattform muss nicht kompliziert sein. Mit dem agilen MVP-Ansatz wurde bei der Constri AG eine skalierbare und praxisbewährte Lösung erfolgreich umgesetzt.

Beim MVP-Verfahren (Minimum Viable Product) steht eine schlanke, aber voll funktionsfähige Erstversion einer Software im Mittelpunkt, die von Anfang an die wichtigsten Geschäftsprozesse abbildet. Der Schwerpunkt liegt auf kurzen Entwicklungszyklen. So kann frühzeitig Feedback von Endnutzern eingeholt werden, um Fehler oder Fehlentwicklungen schnell zu identifizieren und zeitnah darauf zu reagieren.

Ein MVP (Minimum Viable Product) ist die kleinste funktionsfähige Produktversion, die über die notwendigsten Funktionen verfügt, um Nutzerfeedback zu ermöglichen. Diese Vorgehensweise bei der Projekteinführung ist ideal, wenn die Entwicklung offen gestaltet werden soll und das Endergebnis noch nicht feststeht.

Bei der Constri AG wurden das Comarch ERP Enterprise sowie die Polynorm E-Business-Plattform zeitgleich implementiert. Vom Projektstart bis zum Live-Gang konnten die Mitarbeitenden direkt mit dem neuen System arbeiten und so wertvolle Praxiserfahrungen sammeln. Diese flossen wiederum in die Weiterentwicklung der Software ein. 

Ausgangslage bei der Constri AG

Die Constri AG steht seit vielen Jahren für Qualität, Kreativität und Schweizer Handwerkskunst. Das national tätige Handels- und Produktionsunternehmen mit rund 70 Mitarbeitenden entwickelt und vertreibt hochwertige Spielsachen, Kindergarteneinrichtungen, Tischbomben und Spritzgussartikel. Das Unternehmen betreibt ausserdem am Standort Schinznach-Dorf ein eigenes Fachgeschäft für Kinder.

MVP Projekt bei der Constri AG

Seit 2024 setzt Constri auf die  standardisierten IT-Lösungen von Polynorm. Die integrierte Systemlandschaft verbindet alle Geschäftsbereiche nahtlos miteinander und bildet den gesamten Warenwirtschaftsprozess ab , von der mobilen Lagerbewirtschaftung über den Webshop bis hin zum stationären Fachhandel.

Über 15 Jahre lang vertraute Constri auf ihr bestehendes ERP-System. Organisatorische und strukturelle Veränderungen veranlassten das Unternehmen dazu, eine neue ERP-Lösung zu evaluieren.

Gleichzeitig stiegen auch die Erwartungen an Integrität, Geschwindigkeit und digitale Vernetzung. Es brauchte ein neues, leistungsfähiges Fundament.

Case List als Best Practice

Um abteilungsübergreifend und prozessorientiert zu arbeiten, stellte Constri ein Key-User-Team zusammen. Dieses war von Anfang an aktiv in das Projekt eingebunden und setzte sich aus mindestens einem Vertreter jeder Abteilung zusammen.

Zu Beginn des Projekts wurde eine sogenannte Case List erstellt, die in thematische Blöcke mit deren Kern- und Subprozessen gegliedert war. Darin wurden sämtliche Anwendungsfälle des jeweils behandelten Themenbereichs aufgeführt.

Anschliessend konnten die einzelnen Fälle gemeinsam durchgespielt und die erforderlichen Stammdaten sowie deren Abbildung im ERP-System diskutiert werden. 

Point of Sale Constri AG
Detailhandel für Kinder, Constri AG

Auf Basis der Ergebnisse aus den Workshops wurde das System entsprechend konfiguriert und individuell angepasst. Die Key User arbeiteten von Beginn an direkt im System. In den gemeinsamen Workshops entstand ein abteilungsübergreifendes Verständnis für Prozesse und Zusammenhänge.

Ein entscheidender Bestandteil des Projekts war die Ablösung manueller Prozesse. So wurden die bisher in Excel durchgeführten Produktionsprozesse in den Standardprozess des Comarch-ERP-Systems integriert. Um den Aufwand möglichst gering zu halten, wurde der Standard der Software konsequent genutzt, wo immer dies möglich war. Constri nutzte die Umstellung, um alle Abläufe kritisch zu hinterfragen und sie bei Bedarf anzupassen, um eine deutliche Effizienzsteigerung zu erreichen.

Die MVP-Methodik ist zwar sehr agil, setzt aber voraus, dass der Kunde seine Prozesse und die grundlegenden Anforderungen an die neue Lösung kennt.

Michael Koller, Leiter IT + Prozesse
Wir können die agile Methodik eindeutig weiterempfehlen. Bereits ab dem ersten Tag konnten wir Erfahrungen mit dem System sammeln und hatten unsere Kosten sowie den Projektstand jederzeit im Blick.
Michael Koller, Leiter IT + Prozesse
Constri AG

Volle Kosten- und Fortschrittskontrolle

Bereits ab der ersten Iteration wurde kontinuierlich getestet und das Projekt iterativ weiterentwickelt. Die Möglichkeit, rasch und unkompliziert auf neue oder veränderte Anforderungen zu reagieren, ist eine der grössten Stärken agiler Methoden.

Dabei sind Zeitrahmen und Budget in der Regel fix, während der konkrete Umfang des Endprodukts variabel bleibt. 

MVP Projektvorgehen bei der Constri AG

Dadurch konnten die nächsten Schritte und Weiterentwicklungen transparent und zielgerichtet definiert werden. Vor jeder Software-Anpassung stellte sich das Projektteam konsequent folgende Fragen:

  • Welche Features sind wirklich notwendig?
  • Was ist Nice-to-have?
  • Wo lohnt sich eine Investition und wo nicht?

Regelmässige Statusberichte mit klaren Soll-Ist-Vergleichen über die gesamte Projektdauer hinweg gewährleisteten die kontinuierliche Kontrolle von Kosten, Terminen und Fortschritt.

 

Das Ergebnis: Deutlicher Effizienzgewinn

Die Einführung des neuen ERP-Systems mit integrierter E-Commerce-Plattform war ein voller Erfolg.
Durch die direkte, nahtlose Verbindung von ERP-System und E-Business-Plattform gehören Medienbrüche oder doppelte Datenerfassungen der Vergangenheit an. Insgesamt sind die Prozesse der Constri AG durchgängiger, transparenter und effizienter. Auch die Qualität der Stammdaten hat sich merklich verbessert.

Die Kassen am Point of Sale und der neue Onlineshop lassen sich wesentlich einfacher bedienen und die Auftragserfassung ist schneller und übersichtlicher geworden. Die Mitarbeitenden der Constri nutzen die neuen Systeme aktiv und nehmen die Umstellung sehr positiv auf.

Wie die Constri AG selbst entwickelt sich auch das Comarch ERP Enterprise kontinuierlich weiter und Folgeprojekte sind bereits in Planung, selbstverständlich wieder nach agilen Prinzipien.

 

Agile vs. Wasserfall-Projektmethode

Umfangreiche Softwareprojekte stellen viele mittelständische Unternehmen vor grosse Herausforderungen. Die Wahl der passenden Projektmanagement-Methode ist dabei entscheidend, denn sie schafft Transparenz, ermöglicht einen effizienten Ressourceneinsatz und führt Projekte verlässlich zum Erfolg.

Agile Projektmethoden verfolgen ein gemeinsames Prinzip: kurze Entwicklungszyklen und regelmässiges Feedback. Im folgenden Artikel werden die einzelnen Schritte agiler Methoden mit denen der klassischen Wasserfall-Methodik verglichen.

 

Constri AG MVP Projekt

Constri AG

Die Constri AG ist ein national tätiges Handels- und Produktionsunternehmen mit Sitz im Kanton Aargau.

Rund 70 Mitarbeitende setzen sich engagiert für den Vertrieb hochwertiger Spielsachen und Kindergartenausstattungen ein.

Die Constri ist zudem in der Entwicklung sowie Fertigung von Tischbomben und Spritzgussartikeln tätig und betreibt ein Fachgeschäft für Kinder.

Logo Constri AG

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Erich Kern
Der MVP-Ansatz hat sich bei komplexen Projekten und wenn die Möglichkeiten der Software noch unbekannt sind, als sehr effektiv erwiesen.
Erich Kern
Experte für ERP-Software-Einführungen